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Akif Pirinçci – Dystopiediagnostiker

Kaum jemand wurde von der guten Gesellschaft hingebungsvoller gecancelt und mundtot gemacht als Akif Pirinçci. Dabei ist er ein grundanständiger, ehrlicher und klarsichtiger Kerl. Mögen auch manchem seine skrupellosen, knochenharten Formulierungen, sein polemischer, bisweilen zynischer Stil oder seine diametral zur politischen Korrektheit stehenden Einlassungen missfallen – er spricht das aus, was viele sich nicht einmal heimlich zu denken trauen, von dem sie aber instinktiv überzeugt sind.

Der Sohn türkischer Migranten, der noch zu Zeiten der alten Bundesrepublik, im Jahr 1969, nach Deutschland gekommen war, hat sich zu einer Art Sprachrohr der schweigenden Gegenöffentlichkeit entwickelt. Daher war er auch einer der ersten, die systematisch vom Regime gecancelt, durch den Dreck gezogen und wirtschaftlich und gesellschaftlich ruiniert wurden.

Zugegeben: Der harsche Ton, der seinen künstlerischen Erzeugnissen innewohnt, ist für einige glattgebügelte, enteierte (dieses Adjektiv fiele mit Sicherheit unter seine präferierten), durchgegenderte und durch den politisch-medialen Komplex weichgespülte BRD-ler zu hart. Sie ergehen sich in prüden Distanzeritisorgien, bestreiten, dass es sich so verhielte, wie Pirinçci es beschreibt, beschießen ihn mit allerlei substanzlosen ad-hominem-Attacken. Dabei war Pirinçci einfach einer, der die Klarsicht und den Mumm hatte, Dinge, die fundamental falsch liefen und laufen, einfach anzusprechen. Diejenigen, die ihn dafür kritisieren und medial bannen wollen, sind wie Teelichter, die glauben, mit einer Supernova um die Wette strahlen zu können.

Ein Beweis für seine Luzidität ist der berühmt-berüchtigte Aufsatz Das Schlachten hat begonnen aus dem Jahr 2013. Ich kann mich noch gut an die Zeit um die Erscheinung des Artikels erinnern. Er spricht über ein Thema, das damals bereits an ein Tabu in der deutschen Gesellschaft rührte – immerhin gut zwei Jahre, bevor die deutsche Bundeskanzlerin par ordre du mufti dekretierte, dass die bundesdeutschen Grenzen für unkontrollierte Massenmigration zu öffnen seien. Seither hat sich die Situation drastisch verschlimmert. Schockierend ist dabei der Vergleich zur Lage von vor zehn Jahren. Die deutsche Gesellschaft scheint blasiert, ermüdet, apathisch angesichts der nicht enden wollenden euphemistischer- und ernsthafterweise immer noch sogenannten “Einzelfälle”, die vom politisch-medialen Komplex begaslichtert werden. Silvesterkrawalle und -vergewaltigungen, Diskothek- und Volksfestschlägereien, Messer- und Machetenschnitzereien, Schwimmbadokkupationen mit Raufereien und sexuellen Belästigungen, Überfälle, Diebstähle, Vandalismus und Clanstrukturen – all diese Phänomene scheinen das Gros der Bevölkerung nicht mehr sonderlich zu tangieren.

Wie konnte es soweit kommen? Akif Pirinçci stellt auf seinem Blog und früher in seinen Büchern seit Jahren die Diagnosen. Wohlstandsverwahrlosung, Schuldkult und Xenomanie könnte man einen Teil der Anamnese nennen. Pirinçci stellt dem Patienten eine niederschmetternde Diagnose aus. Der befindet sich aber immer noch in der Phase der Verdrängung. Er will es nicht wahr haben. Stattdessen raunzt er den Überbringer der schlechten Nachricht an, klagt ihn an, will ihn vor Gericht zerren und ruinieren. Im Englischen nennt man dieses Phänomen killing the messenger.

Aber wer könnte ihm inhaltlich widersprechen? Eigentlich ist es doch auch ganz erfrischend, jemanden zu lesen, der kein Blatt vor den Mund nimmt und das sagt und schreibt, was er denkt, anstatt in jedem Moment daran zu denken, was wohl Anwälte und Justiz von dieser oder jener Formulierung denken könnten.

Besonders frech sind die Enzyklopädiedenunzianten von Wikipedia, die – analog zu vielen Widerständlern des Zeitgeistes – eine einzige Schmähkritik in Artikelform online gestellt haben. Aber es passt nun mal zum Zeitgeist: Nicht die Aussagen werden einer ehrlichen, empirischen Prüfung unterzogen, nein, es wird der Urheber der Aussagen geschmäht.

Eine Kostprobe seiner seherischen Fähigkeiten kann man sich – ganz aktuell – im Archiv der Achse des Guten verschaffen, für die er vor vielen Jahren geschrieben hat. Aus dem Jahr 2013 stammen Vorhersagen darüber, welche Verhältnisse sich im Jahr 2023 eingestellt haben werden. Davon gibt es 4 Prophezeiungen.

Die erste, nämlich dass es in der islamischen Welt “knallen” werde, hat sich nicht bewahrheitet. Sicher unter dem unmittelbaren Eindruck des euphemistischerweise so genannten “Arabischen Frühlings” hätte man als Skeptiker diese Entwicklung sehen können. Tatsächlich operierte lange der Islamische Staat im Nahen Osten – allerdings mit eingeschränkter Wirkungszeit. Der letzte Satz allerdings hat es in sich und kann dem empirischen Befund tatsächlich standhalten:

So oder so, in zehn Jahren wird der Islam-Spuk im Islamland hiroshimaartig von selbst verschwinden, weil alle sich dort gegenseitig umgebracht haben – um sich sodann nach Europa zu verlagern. (Hervorhebung von mir, G. C.)

https://www.achgut.com/artikel/10_prophezeiungen_von_messias_fuer_die_naechsten_10_jahre_nr.1

Mit dem letzten Halbsatz könnte er mal soeben die völkerwanderungsähnliche Massenmigration auf den europäischen Kontinent vorhergesagt haben, die in ihrer Mehrheit islamischen Glaubens ist. Tatsächlich ist es ja so, dass diese Menschen – Glücksritter in der Mehrheit – vor den Verhältnissen in der Heimat fliehen und versuchen, möglichst viel vom Reichtum der europäischen Gastländer abzugreifen.

Die zweite Prophezeiung Pirinçcis betrifft seine Eingebungen über bevorstehende Enteignungen der deutschen Bevölkerung. Durch die historische Vorbelastung gilt es in weiten Kreisen (bis auf linksradikale) als unschick, die Vokabel “Enteignung” zu verwenden. Doch was ist, um ein aktuelles Beispiel zu nennen, das Heizungsgesetz anderes als kaltherzige Enteignung? Was ist mit der von den Regierungen der Welt durch Corona und Russlandsanktionen mit verursachte Inflation? Oder die immer weiter ausartenden Kosten für soziale Leistungen? Man mag es de jure anders bezeichnen – de facto läuft dies auf weitgehende Enteignung der nur noch auf dem Papier und in öffentlich-rechtlichem Jargon so genannten Bürger hinaus.

Mit seiner dritten Offenbarung hatte Pirinçci kein Glück: Der Altkanzler Helmut Schmidt, geschätzt für seine von Sachverstand und Altersweisheit gekennzeichneten Einlassungen – verstarb bereits 2015 im Alter von 96 Jahren. Wobei “bereits” für das stattliche Alter wie Hohn klingen muss. Gerade ihm als einen, der das Prädikat Elder Statesman tatsächlich verdiente, hätte man das volle Jahrhundert durchaus gegönnt.

Seine vierte und letzte Voraussage traf jedoch absolut ins Schwarze – tragischerweise war er selbst als einer der ersten direkt von ihren Auswirkungen betroffen. Die Prophezeiung betraf die auswuchernde Cancel Culture und das Pseudovergehen der Hassrede. In der Tat fing man relativ schnell und konsequenterweise damit an, unliebsame Meinungen und Gegennarrative in der digitalen Sphäre, die fortan zur tonangebenden werden sollte, auszumerzen. Letztlich traf es sogar den sprichwörtlich als “mächtigsten Mann der Welt” bezeichneten US-Präsidenten Donald Trump. Auch die Themen, die zur Verbannung aus der Öffentlichkeit zählen, hat er vollkommen korrekt benannt: Islam, Gender, ausartender und ausbeuterischer Staat, Klimakult, Euroskepsis. Wobei sich vor allem die dunkle Trias Islam, Gender und Klimakult in den Vordergrund gedrängt und als unhinterfragbare Dogmen ins Bewusstsein des BRD-Normies eingebrannt haben. Was Pirinçci in diesem Artikel nicht erwähnt, ist die unglaubliche, urdeutsche Verve, mit der Gegennarrative denunziert und verleugnet werden. Hier macht der hässliche Klischeedeutsche mit seinem sprichwörtlichen Untertanengehorsam seiner Karikatur in der Realität alle Ehre.

Während viele von Pirinçcis letzten Veröffentlichung Sachbücher zu zeitgeistkritischen gesamtgesellschaftlichen Phänomenen waren, ist sein letztes Buch aus dem Jahr 2021. Es handelt sich um die unheimlich unterhaltsame Novelle Odette, in der der Autor über eines seiner Lieblingsthemen schreibt: Frauen.

Die Geschichte spielt in den 80er Jahren in der alten Bundesrepublik, in der sich der Protagonist in eine bildhübsche Frau verliebt. Diese trägt jedoch ein dunkles Geheimnis in sich, das diese Liebesgeschichte zu einer Tragödie verwandeln wird.

Das Buch ist eine Hommage an die alte BRD der 80er, ein Loblied auf die weibliche Anziehungskraft, aber auch eine Warnung ob ihrer Zerstörungskraft. Es ist eines der Bücher, die einen, sobald man sie gelesen hat, nicht mehr loslassen. Sicher hat das etwas mit dem schriftstellerischen Talent des Autors zu tun, aber auch mit seiner Fähigkeit dazu, über “unfeine” Themen ohne Hemmungen zu schreiben und sich Zeitgeistlosem zu widersetzen. Hinzu kommt ein geradezu unheimliches Gespür dafür, eine Geschichte spannend, packend, emotional aufrührend und einfach nur schön zu erzählen. Manchmal stößt man bei solchen Erzählungen schlicht an die Grenzen des Sagbaren. Ein Meisterwerk.

Akif Pirinçci ist so etwas wie der ehrliche Arzt, den man sich als Betroffener – Patient oder Angehöriger – wünscht, wenn etwas im Argen liegt. Im Gegensatz zu seinen Berufsgenossen, die es vorziehen, ihre wahren Gedanken aus falscher Rücksichtnahme zu verbergen und stattdessen um konkrete Fragen herumzulavieren, sagt er einem geradeheraus, wie es ist. Die Diagnosen, die er stellt und bereits vor einem Jahrzehnt gestellt hat, haben sich en gros als richtig herausgestellt. Heute leben wir in weiten Teilen in einer von Pirinçci vorausgeahnten Dystopie, die sämtliche Lebensbereiche betrifft. Als Dank für seine weitsichtigen Prognosen, seine Warnungen und seine klaren, unverblümten Worte wurde er zur persona non grata erklärt und gecancelt. Dabei würde er es in jedem normalen Land verdienen, auf Händen getragen zu werden und sich Preise für seine publizistischen Erzeugnisse in die Vitrine zu stellen.

Wie so oft verhält es sich mit öffentlichen Verlautbarungen genau anders herum; Pirinçci ist dafür ein Paradebeispiel. Er ist kein Rechtspopulist – seine feigen Gegner sind Linkspopulisten. Der Islam ist in seiner in Deutschland dominanten Ausprägung sicher keine Konfession, die primär an einem harmonischen Zusammenleben und friedlichen Koexistenz mit andersgläubigen Zeitgenossen der Aufnahmegesellschaft interessiert ist. Er ist ein hervorragender Gradmesser für die real existierende Meinungsfreiheit in Deutschland. Der Umstand, dass seine Bücher über keine große Plattform mehr vertrieben werden, zeigt eindrucksvoll, wie erbärmlich es um echte Meinungsfreiheit im besten Deutschland aller Zeiten bestellt ist. Bis Pirinçci nicht wieder als Diskutant in Fernsehsendungen eingeladen und seine Bücher wieder überall zugänglich gemacht werden, kann man Artikel 5 Grundgesetz getrost als gestrichen betrachten. Denn besser als die geballte Mittelmäßigkeit, dieser gesendete und geschriebene Zeitgeistmüll allerorts, ist er allemal. Er ist ihm Lichtjahre voraus.

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